Schlaflosigkeit
Wussten Sie schon?
Gesegnet sind Menschen mit einem guten, circadianen Schlaf
In Deutschland haben immer mehr Menschen Probleme beim Ein- und Durchschlafen. Seit 2010 sind die Schlafstörungen bei Berufstätigen im Alter zwischen 35 und 65 Jahren um 66 Prozent angestiegen. Das zeigt der aktuelle DAK-Gesundheitsreport „Deutschland schläft schlecht – ein unterschätztes Problem“.
Schlaflosigkeit zieht sich durch alle Länder und Alterstgruppen ab 35!
Nach der repräsentativen Studie fühlen sich derzeit 80 Prozent der Arbeitnehmer betroffen. Hochgerechnet auf die Bevölkerung sind das etwa 34 Millionen Menschen. Unter der besonders schweren Schlafstörung Insomnie leidet jeder zehnte Arbeitnehmer. Seit 2010 gab es hier einen Anstieg von 60 Prozent. Insgesamt lassen sich nur wenige Betroffene ärztlich behandeln. Und nur eine Minderheit meldet sich beim Arbeitgeber krank.
In der Schweiz und in Österreich zeigt sich ein ähnliches Bild.
Schlafstörungen sind auch in der Schweiz weit verbreitet, wie Daten der vom Bundesamt für Statistik (BfS) im Jahr 2012 durchgeführten Schweizerischen Gesundheitsbefragung zeigen. Etwa jeder Vierte leidet an Schlaflosigkeit, hat also Probleme mit dem Einschlafen, schläft unruhig oder erwacht vorzeitig oder mehrmals in der Nacht.
Frauen sind davon häufiger betroffen als Männer. Nur gerade fünf Prozent der Bevölkerung haben nie Probleme mit dem Einschlafen, schlafen ruhig und ohne Unterbrüche durch.
In Österreich hat 2018 ein Salzburger Forscherteam rund um Manuel Schabus und Kerstin Hödlmoser vom Labor für Schlaf- und Bewusstseinsforschung der Uni Salzburg die Studie „Wie schläft Österreich?“ gestartet. 1000 Personen zwischen 18 und 90 Jahren wurden in einer Online-Erhebung zu Schlafgewohnheiten, Schlafproblemen, Zeitumstellung und digitale Medien befragt.
45 Prozent gaben an, sich belastet oder schlafgestört zu fühlen. Ein Drittel der Teilnehmer gab an, schlecht zu schlafen!
Ausreichend und gut zu schlafen, ist essenziell für Wohlbefinden und Lebensqualität.
Von Schlaflosigkeit Betroffene kennen es. Kaum gehen sie ins Bett, beginnt der nächtliche Kampf um und mit dem Schlaf. Dabei sind sie so müde. Doch sobald ihr Kopf das Kissen berührt, denkt ihr Körper gar nicht daran, wohlig in den Schlaf zu gleiten.
Schäfchen zählen, warme Milch mit Honig, wunderduftender “Gute-Nacht-Tee” aus der Drogerie. Nach dem 5. Hin- und Herwälzen murrt auch der Partner oder die Partnerin, dass das ja echt nicht auszuhalten ist und der oder die Ruhesuchende findet nun nicht nur keinen Schlaf, sondern auch noch schlechtes Gewissen, weil er oder sie die Nachtruhe des Patners mitstört.
Ein- und Durchschlafstörungen: Schlaflosigkeit, die über einen längeren Zeitraum anhalten belasten auf Dauer nicht nur die eigene Lebensqualität, sondern auch irgendwann die Beziehung.
FRANZISKA MÜLLER, PSYCHO- UND PAARTHERAPEUTIN
Ursachen für Schlafstörungen können sein
- Wechseljahre, Hormonungleichgewicht
- Erkrankung der Schilddrüse
- Schmerzen
- private oder auch berufliche Konflikte
- Depression
- Ängste
- unregelmässiger Arbeitsrhythmus
- Krankheiten, wie z.B. RLS – das Restless Leg Syndrom
- Stress
Wenn sich eine Schlafstörung in Ihr Leben geschlichen hat und Sie nicht mehr verlassen möchte, dann gibt es einiges, das Sie selbst tun können, um Ihrem Gehirn wieder einen gesunden Rhythmus beizubringen, so dass Ihre ausser Takt geratenen Clock-Gene – oder auch Clock-Proteine genannt – wieder in den richtigen, circadianen Wach-Schlaf-Rhythmus finden.
Folgen und Symptome bei Schlafstörungen
- Probleme beim Einschlafen
- Probleme beim Durchschlafen
- mehrere nächtliche Wachphasen
- starke Müdigkeit tagsüber
- ständiges Hungergefühl
- innere Unruhe
- Konzentrationsschwierigkeiten
- Vergesslichkeit
- Schwindel
- Zittern
- Kopfweh
- schwere Augenlider
- und andere
Tipps für gesunden Schlaf und gegen Schlaflosigkeit
- Regelmässige Zubettgeh- und Aufstehzeiten, auch am Wochenende für mindestens 4 Wochen
- Kein Schlaf tagsüber, maximal 30 Minuten Powernap, nicht nach 14:00 Uhr
- Kein Kaffee, trinken Sie den letzten spätestens 4 Stunden vor dem zu Bett gehen
- keine grossen Mahlzeiten, die letzte spätestens 2 Stunden vor dem zu Bett gehen und abends lieber kleine, leicht verdauliche Speisen
- Kein Alkohol, spätestens 2 Stunden vor dem zu Bett gehen
- Zubettgeh-Ritual schaffen, z.B. noch 20 Minuten lesen, oder eine Atem- oder Entspannungsübung
- Angenehme Schlafumgebung, gute Matratze, Kissen, Decke, am besten ca 18 Grad – nicht zu kalt und nicht zu warm, eventuell ein Entspannungsduftkissen neben dem Bett – Vanille eignet sich dafür
- Sport vor 20:00: JA! Danach: NEIN!
- Entspannungstechniken lernen
- Achtsamkeitstraining und Atemübungen
- Autogenes Training
- PMR – Progressive Muskelrelaxation
- morgens nach dem Aufstehen für 30 Minuten möglichst helles Licht auf sich wirken lassen.
Schlafen Sie gut und bleiben Sie gesund!
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