Narzissten in Beziehungen

Toxisch oder nicht?

Mein Partner ist ein destruktiver Narzisst – Paarberatung über Internetforum?

In letzter Zeit höre ich immer wieder Begriffe wie «toxische Beziehung» oder «destruktive Beziehung». Das Internet ist voll von Videos, die Dir erzählen, wie Du einen toxischen Partner entlarven und verlassen kannst; es gibt Gratis-Ebooks von Betroffenen; jede Menge Selbsthilfegruppen …

Und irgendwie scheint es plötzlich eine unglaubliche Ausbreitung zu geben. Eben noch gelesen findet Mann oder Frau auch das Gift in der eigenen Beziehung. Und mit dem Gift ist schnell meist auch der oder die Schuldige gefunden. Es ist der Narzisst, mit dem man keine Beziehung führen kann. Der Psychopath, der nicht zur Empathie fähig ist. Die Histrionikerin, die sich wegen jedem Scheiss – entschuldige den Ausdruck – aufregt oder gar die Borderlinerin, die einfach keine Nähe zulassen kann und jede Beziehung zerstören muss.

Diese Entwicklung finde ich extrem gefährlich!

Leute, wir sind doch keine Ansammlung
von psychiatrisch relevant gestörten Persönlichkeiten!

Weder wir selbst, noch unsere Partner. Also in der Regel nicht. Es mag sicher auch krankheitsrelevante Ausnahmen geben. Bitte wendet Beschreibungen, die ihr im Internet findet, nicht auf Eure Partner an. Oder gar auf Euch selbst. So werdet Ihr Euch vielleicht von Schuld freisprechen, jedoch keine glückliche Beziehung führen können.

Ja, vielleicht ist Dein Partner ein Narzisst. Und ja, möglicherweise ist Deine Freundin eine Borderlinerin. Sie sind krank und sie haben es sich nicht ausgesucht. Und es ist wirklich schwierig und stellenweise kräfteraubend und auch verletzend, Beziehungen mit derart Erkrankten zu führen. Manchmal ist eine Trennung die einzig mögliche Entscheidung, weil die Krankheit den Menschen so sehr in Beschlag genommen hat, dass dieser nichts Positives zu einer gelingenden Beziehung beitragen kann. Und das ist dann nicht nur für Dich, sondern  vor allem auch für die psychisch Beeinträchtigten traurig. Weil sie ihren negativen Gefühlen und Handlungen ausgeliefert sind und keine erfüllenden Partnerschaften führen können.

Fernab von psychisch bedingten Beziehungsstörungen gibt es jede Menge Möglichkeiten, warum Paare streiten, einander nicht verstehen und verletzen. Dafür muss keiner der beiden krank sein.

Vielleicht sollten wir uns fragen, warum es uns so schwerfällt, gute, stabile, sichere Beziehungen zu führen, obwohl wir uns so sehr danach sehnen.

Unterschiedliche gelernte Beziehungstypen

Hast Du Dich schon einmal gefragt, was Du für ein Beziehungstyp bist? Welches Bindungsverhalten hast Du als Kind gelernt? Hat es sich verändert bis heute; hat es sich verstärkt? Wie lebst Du Beziehung? Was bist Du für ein(e) BeziehungspartnerIn? Was brauchst Du und was ist Dir wichtig? Wovor schreckst Du zurück, oder hast Angst? Wovon bist Du abhängig in Beziehungen und was willst Du in jedem Fall vermeiden?

Narzisst Paarberatung

Die Bindungstheorie und somit die Aufklärung über die unterschiedlichen Beziehungstypen ist noch gar nicht so alt. Schau Dir das folgende Gratis-PDF über die Entwicklung der unterschiedlichen Bindungs- bzw. Beziehungstypen an. Es ist ein Auszug aus Unterlagen für meine Auszubildenden und ich hoffe, nicht allzu wissenschaftlich für Dich. Möglicherweise findest Du Dich in der einen oder anderen Beschreibung wieder.

Vielleicht bist Du nach dem Lesen ein wenig demoralisiert und denkst Dir: «Oh mein Gott, soviele Möglichkeiten, beziehungsunfähig zu sein …» Ich möchte Dich beruhigen: Die meisten Menschen, auch wenn es ihnen nicht bewusst ist, sind unsicher gebunden.

Die gute Nachricht für ursprünglich unsicher-gebundene Menschen

Im Laufe Deines Lebens kann sich Deine Bindungsqualität und Beziehungsfähigkeit noch verändern. Und zwar durch entsprechende, bedeutungsvolle gute und sichere Beziehungen mit anderen Bezugspersonen. FreundInnen, LehrerInnen, ArbeitgeberInnen, KollegInnen, PartnerInnen und sicher auch durch TherapeutInnen.

So kannst Du Dich von einem unsicher gebundenen Beziehungstyp, zu einem sicher gebundenen entwickeln und vertrauensvolle sichere Beziehungen leben. Beziehungen ohne Abhängigkeit und Verlustangst. Beziehungen mit wohlwollenden und verständnisvollen Partnern.

13 TIPPS für gesunde Paarbeziehungen aus der Reihe Paarberatung

Ein sicherer Bindungspartner bist Du wenn Du

  • Ein sicherer Hafen bist
  • Authentisch bist, Dich und Deine Bedürfnisse kennst und auch Deine Grenzen
  • Respektvoll bist, zu Dir und auch zu Deinem Gegenüber
  • Wertschätzend bist, im Sinne von einem freundlichen Beobachter, Achtung: Lob allein bedeutet nicht wertschätzen!
  • Empathisch und verstehend bist, zumindest bemüht im Verstehen
  • Verlässlich bist in Deinen Forderungen und Deinen Zusagen
  • Verlässlich bist in guten und auch schwierigen Situationen
  • Schnelles Urteilen vermeidest
  • Abwertung und Beschimpfung vermeidest
  • Bestrafung vermeidest, z.B. Liebes- oder Aufmerksamkeitsentzug
  • Klar kommunizierst und dadurch verständlich und gut lesbar bist
  • Konsequent bist und dadurch einschätzbar in Deinen Reaktionen und in Deinem Verhalten
  • Dir selbst und anderen die Chance zu Fehlern gibst 🙂

Sprich mit Deinem Partner, Deiner Partnerin. Schaut Euch an, was Ihr für Bindungsverhalten gelernt habt. Dadurch wie man Euch Beziehung beigebracht und vorgelebt hat. Bemerkt Gemeinsamkeiten und auch Unterschiede und versteht einander danach besser. Überlegt gemeinsam, wie Ihr heute Beziehung leben möchtet und was jeder von Euch dafür tun kann.


Ich wünsche Dir jede Menge wunderbare Beziehungserfahrungen und glückliche Momente in Deiner Beziehung ohne oder auch mit Paarberatung.

Kontakt

Schreiben Sie mir jederzeit gerne eine Nachricht. Ich melde mich so schnell wie möglich zurück.

Telefon

+41 (0)71 667 0537

Email

info@beratungspraxis-mueller.ch

Addresse

Villa Anita
Hafenstrasse 20
CH 8280 Kreuzlingen

Termine

Montag:    8:30 – 19:30
Dienstag:  8:30 – 19:00
Mittwoch: 8:30 – 15:00