Gute Eltern

– brave Kinder

Kinder und Erziehung

Daniel, sechs Jahre alt, nimmt die Flasche Apfelsaft vom Tisch und will daraus trinken. «Dani», ermahnen Vater und Mutter, «nicht aus der Flasche! Wie oft sollen wir Dir das noch sagen?» Insgeheim denken die Beiden ausserdem: “.. und das noch vor unserem Besuch, was soll der denken?”

Dani setzt ein schelmisch lächelndes Gesicht auf, führt die Flasche genüsslich an den Mund und trinkt. Er grinst dabei breit und siegessicher in die verärgerten Gesichter seiner Eltern.

Provokanz, dein Name ist Daniel. Denken Sie jetzt vielleicht. Mögicherweise kennen Sie solche Szenen.

«Papa macht das auch immer», rechtfertigt Dani sein Vergehen und stellt die Flasche wieder auf den Tisch. «Fussballspielen macht eben durstig!», fügt er noch hinzu.

Der Vater tobt: «Was ich darf, darfst Du noch lange nicht. Merk Dir das, ein für alle Mal!»

Daniel ist schon weg, der Fussball ruft. 1:0 für ihn 🙂

In meiner Praxis höre ich viele Geschichten und bin oft hin und her gerissen vom Mitfühlen mit bestürzten Eltern und Verstehen der Bedürfnisse der Kids.

Manche Eltern habens nicht leicht mit ihren herausfordernden Sprösslingen. Einige scheinen mit mühelos erziehbaren Kindern gesegnet zu sein und andere berichten mir von täglichen Kämpfen mit mehr oder weniger grossen Gewinnchancen. Irgendwo dazwischen liegt der ganz normale Wahnsinn verborgen und wartet darauf, von Kindern und Eltern gefunden und erlebt zu werden.

Wie ist es bei Ihnen zu Hause?

Eines ist sicher: Kindererziehung soll kein Machtkampf sein. Versuchen Sie, ruhig zu bleiben. Dass Sie mächtiger sind bleibt unbestritten, Sie müssen es nicht beweisen. Kinder lernen durch Vorbilder, sich Ausprobieren und Nachahmen. Daniel macht das also schon ganz richtig! Er hält seinem Vater einen Spiegel vor, den der nicht gerne sehen möchte 🙂

Verzweifeln Sie nicht. Atmen Sie tief durch und denken Sie daran, sich zwischendurch auch eine Auszeit zu gönnen und sich was Gutes zu tun! Nur für Kinder da zu sein ist manchmal einfach zu energieraubend. Auch zu viele Regeln und eng gesteckte Rahmen können ein entspanntes Miteinander gefährden. Vielleicht möchten Sie Ihre bisherige Erziehungs-Strategie einfach nochmal überdenken und an die Bedürfnisse von allen anpassen?

Bleiben Sie glaubwürdig

für Ihre Kinder. Was versprochen war, sollte auch versprochen bleiben. Wenn etwas schief gegangen ist, dann sollten Sie die Verantwortung dafür übernehmen. Wenn es Ihnen grad nicht so gut geht, dann darf Ihr Kind das ruhig mitkriegen. Transparenz ist so wichtig. Das gibt Ihren Kleinen Sicherheit.

Behandeln Sie Ihre Kinder mit Respekt

und Sie werden merken, dass auch Sie mit Respekt behandelt werden. Das ist der einzige Weg, wie Kinder Respekt lernen: Indem sie selbst respektvoll behandelt werden. Indem Sie sie ernst nehmen. Sich für ihre Sorgen und Bedürfnisse interessieren.

Klopfen Sie an die Kinderzimmertür, bevor Sie eintreten? Darf Ihr Kind das Wochenendprogramm mitentscheiden? Darf es über sein Taschengeld selbständig verfügen? Hat es selbstverantwortliche Aufgaben für die Familie? Gibt es Lob und Anerkennung?
All das stärkt das Selbstvertrauen Ihrer Sprösslinge und lässt sie in sicheren Grenzen aufwachsen.

Kinder funktionieren nicht auf Knopfdruck, das tun Eltern leider auch nur in den seltensten Fällen. Stimmts?

Dazu passt auch folgender Facebookbeitrag:

In diesem Sinne: Bleiben Sie entspannt und denken Sie daran – neben all der Erziehung –  viel Spass mit Ihren Kindern zu erleben!

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