Beziehungstipps

So klappts hoffentlich besser

Wenn Paare zu mir in die Praxis kommen haben sie meist schon einen langen Leidensweg hinter sich. Sie haben viel versucht, sind gescheitert, haben es nochmal versucht und sind irgendwann frustriert und resignierend zurück geblieben. Streit, Abwertung, Tränen, Schweigen. Die Paarberatung sehen viele als letzten Ausweg.

Beziehungstipps für den Alltag, für glückliche Paare und solche, die es werden wollen 🙂

Ich möchte allen verzweifelten Paaren gerne sagen:» Auch wenn Paarberatung sehr hilfreich sein kann – und in den meisten Fällen auch ist – sollten Sie sich nicht so einem hohen Druck aussetzen. Die Paarberatung ist eine Möglichkeit, die Sie in Angriff nehmen können. Der letzte und einzige Ausweg ist sie sicher nicht. Vor allem: Lassen Sie sich Zeit und vertrauen Sie einander für einen gemeinsamen, professionell und verständnisvoll begleiteten Weg.

Sprechen Sie’s aus!

Sagen Sie, Ihrem Partner/Ihrer Partnerin freundlich und direkt, was Sie meinen, möchten, oder eben grade nicht möchten und hoffen Sie nicht, dass der andere schon wissen wird, was Sie wollen. Im Sinne von «Wenn Du mich wirklich lieben würdest, dann würdest Du wissen, dass ich …»

Dazu habe ich eine Buchempfehlung von dem wunderbaren Kommunikationswissenschafter Paul Watzlawick:

Über das Glück und die Konstruktion der Wirklichkeit

Sehr empfehlenswert!

Wir Menschen sind so verschieden in unserem Denken und Fühlen. In unseren Bedürfnissen und auch in unserer Möglichkeit, uns in andere hineinzuversetzen, das hat mit Liebe nichts zu tun.

Ergo: Vom Gedankenlesen sind wir leider noch lange entfernt … hoffen Sie also bitte nicht aneinander vorbei 😉

2. VW Regel

Das hat nichts mit Autofahren zu tun. V – W steht für Vorwurf – Wunsch. Formulieren Sie Wünsche anstellte von Vorwürfen. Und passen Sie auf! Da passieren oft die grössten Fehler. Denken Sie bitte nicht, nur weil Sie Ihren Partner/Ihre Partnerin an Ihrem Wunsch teilhaben lassen, muss diese(r) ihn auch erfüllen. Durch Ihren Ausspruch ist er oder sie erstmal darüber informiert 🙂  Können Sie es aushalten, wenn Ihr Wunsch unerfüllt beibt? Die VW Regel ist kein Allheilmittel, sie hilft, mehr Verständnis zu schaffen.

Beispiel eines Wunsches, der grosse Chancen besitzt, in Erfüllung zu gehen
Vorwurf: Du bringst mir nie etwas zu Trinken aus der Küche mit!
Wunsch: Schatz, bringst Du mir bitte ein Glas Wasser aus der Küche mit?

3. Bleiben Sie beim ICH

Vermeiden Sie zu viele “Du hast schon wieder, Du wirst gleich, Du denkst nicht einmal …”

Der andere kann «Mir geht es … Ich bemerke … Ich hab Mühe mit … « besser annehmen Ihnen besser zuhören und Sie besser verstehen, als wenn Sie die Du-Du-Du-Maschinenpistole abfeuern. Dann geht er/sie in Kampfstellung, will sich verteidigen, zieht seine eigene DU-DU-DU-Granate und der nächste Kampf steht vor der Tür.

Auch Ich-Botschaften sind kein Allheilmittel. Diese Art Dinge anzusprechen fordert von uns einerseits, dass wir uns mit uns selbst auseinandersetzen, zu unseren Empfindungen und Gefühlen stehen und diese andererseits fairerweise auch unserem Partner/unserer Partnerin mitteilen.

Beispiel
“Du bist so egoistisch, heirate doch Deine Arbeit”
“Ich vermisse Dich und habe wirklich Mühe damit, dass Du so wenig zu Hause bist”

4. Killen Sie “Ja, aber” und “Ich auch”

Wenn Ihre Partnerin/Ihr Partner sich Ihnen gegenüber öffnet und von sich und ihren/seinen Wünschen, Gefühlen spricht, versuchen Sie darin nicht sofort einen Angriff zu sehen. Fragen Sie nach,  seien Sie interessiert und hören Sie gut zu. Manchmal ist darüber reden bereits wohltuend genug. Suchen Sie auch nicht gleich nach einer Lösung, sondern versuchen Sie einfach für Ihre Partnerin/Ihren Partner da zu sein.

Sparen Sie sich zu schnelle Antworten wie: “Ja, aber …” oder “Mir geht es auch so …” Damit signalisieren Sie, dass Ihnen Ihre Position wichtiger ist, und der Partner Sie im Moment nicht interessiert. Das wirkt verletztend.

Stattdessen: Offenes Zuhören und Interesse an der eigenen Person tut beiden Partnern gut. Gönnen und schenken Sie sich abwechselnd das Ohr und vielleicht auch Herz des jeweils anderen.

5. Keine Verallgemeinerungen!

“Immer gibst Du anderen Recht.” “Nie hörst Du mir zu.”

Merke: Immer gibt es meistens nie!

Das bedeutet, dass zu dem von uns als IMMER oder NIE angegebenen Situationen in jedem Fall auch Ausnahmen geltend gemacht werden können. Vielleicht fühlt es sich manchmal so an, dass Ihr Partner oder Ihre Partnerin zu wenig an Sie denkt, Sie öfter mal in den Arm nehmen könnte. Wenn Sie ihm oder ihr ein NIE oder auch ein IMMER hinschmettern, wird das mit Sicherheit als Abwertung aufgenommen.

Formulieren Sie besser, was genau jetzt in dieser Situation Sie stört, ohne die 1000 vorangegangenen Situationen mit einzuschliessen. Dann wird das Gespräch darüber auch nicht ausufern und die Schmetterlinge in Ihrem Bauch vielleicht wieder tanzen.

6. Spass muss sein

Wann immer es möglich ist, lachen Sie miteinander, über einander oder auch allein über sich selbst. Es gibt kaum etwas Heilsameres und mehr Energie Spendendes als ein herzerfrischendes Lachen. Und es nimmt schnell die Schärfe aus einer angespannten Situation.

Probieren Sie’s aus! Und wenn Ihnen grad gar nicht zum Lachen zumute ist, dann hab ich genau das Richtige für Sie:

Loriot – Das Ei ist hart

Kontakt

Schreiben Sie mir jederzeit gerne eine Nachricht. Ich melde mich so schnell wie möglich zurück.

Telefon

+41 (0)71 667 0537

Email

info@beratungspraxis-mueller.ch

Addresse

Villa Anita
Hafenstrasse 20
CH 8280 Kreuzlingen

Termine

Montag:    8:30 – 19:30
Dienstag:  8:30 – 19:00
Mittwoch: 8:30 – 15:00